theres grau. Rolfing® & Voice Dialogue

Rolfing und die aktuelle Forschung

Die Forschung bestärkt die Erfahrungswerte der Rolferinnen und Rolfer: Rolfing kann Körperstruktur, Haltung und Bewegung von Klientinnen und Klienten effektiv und nachhaltig verändern. Auch Auswirkungen in psychischen Bereichen werden beschrieben. Aktuelle und ältere wissenschaftliche Studien erforschen Wirkungen von Rolfing sowie die Nachhaltigkeit der Methode.

Als Assistentin der Forschungskommission der European Rolfing Association ERA aktualisiere ich die Webseiten zur Rolfing-Forschung. Dort finden Sie auch alle Literaturangaben zu unten zusammengefassten Resultaten:
> www.rolfing.org (Forschung)


Wichtige Resultate der Forschung - Rolfing und Faszien

Auszüge und Zusammenfassungen aus

  • Forschungsseite der European Rolfing Association www.rolfing.org (Forschung)
  • Artikel von R. Schleip & Th. Grau, Zeitschrift für Komplementärmedizin 2/2009
    > PDF (aktueller Acrobat-Reader notwendig)

Rolfing - physiologische Effekte

Eine neutralere Ausrichtung von Thorax, Lendenwirbelbereich und Becken an der senkrechten Linie (Schwerkraft) korreliert mit weniger Rückenschmerzen - eine aktuelle Studie aus Australien, die die visionäre Sichtweise von Ida Rolf bestärkt.

Eine aktuelle klinische Studie an 31 Patienten mit Halswirbelsäulen-Problematik konnte zeigen, dass eine 10er-Rolfing-Serie die Schmerzen signifikant reduziert und den Bewegungsradius im Halsbereich vergrößert, unabhängig vom Alter der Patienten.

Physiologische Studien haben gezeigt, dass bereits eine einzelne Rolfing-Sitzung den Winkel der Beckenneigung und die Aktivität des Parasympathikus signifikant verändern kann.

Mehrere Fallstudien zeigen Auswirkungen von Rolfing bei verschiedenen Beschwerden und Diagnosen.


Rolfing - psychologische Effekte

Psychologische Studien zeigen einen nachhaltigen positiven Effekt von Rolfing auf die allgemeine Ängstlichkeit von Probanden sowie eine größere Offenheit und besser modulierte Sensibilität für Umweltreize. Die Ergebnisse wurden hinsichtlich der Rolle von Rolfing bei der Auflösung von im Gewebe angesammelten emotionalen Spannungen (z.B. nach traumatischen Ereignissen) erörtert.


Rolfing und die aktuelle Faszienforschung

Die Faszienstruktur des menschlichen Körpers ist die Grundlage für die Rolfing-Arbeit. Die aktuelle Faszienforschung ist für die Methode Rolfing daher von großer Bedeutung.
(Der Begriff "Faszien" umfasst seit dem ersten internationalen Faszienkongress alle faserigen kollagenen Bindegewebsstrukturen als ein den gesamten Körper und alle Organe umhüllendes und durchdringendes Netzwerk.)

Neuere Forschungen zeigen: Viele Muskelschmerzen sind durch fasziale Irritationen ausgelöst oder zumindest verstärkt.

Beispiel Lendefaszie, im Bereich Rückenschmerzen früher kaum beachtet:
Die Lendenfaszie ist sehr dicht mit potentiellen Schmerzrezeptoren besiedelt, das Rückenmark reagiert besonders sensibel auf deren Reizung. Bei entzündlichen Zuständen im unteren Rücken ist diese Sensibilität deutlich erhöht. Auch histologische Untersuchungen lassen vermuten, dass Mikroverletzungen in der Lendenfaszie eine häufige Ursache für Rückenschmerzen sind. Diese und ähnliche Studien könnten die Bandscheiben als Ursache in einigen Fällen entlasten (siehe Hinweis unten, podcast).

Kraftübertragung bei Bewegungen geschieht nicht nur direkt über die Muskelsehnen zu den Knochen, sondern in erheblichem Maße auch über die intra- und extramuskulären Faszienbeutel. Modellkalkulationen sprechen der Lendenfaszie eine signifikante Rolle bei der Stabilisierung des Rückens sowie beim menschlichen Gang zu.

Mögliche Erklärung für die Wirkung von Rolfing bei Rückenschmerzen könnte sein, dass das Ausbalancieren von Spannungen in der gesamten Faszienstruktur des Körpers die Lendenfaszie (Bereich der Lendenwirbelsäule) entlastet. Vermutet wird auch, dass die direkte Manipulation der für Schmerzen zuständigen Rückenareale die Faszien stimuliert, wieder propriozeptive (innere Wahrnehmung) statt nozizeptive (Schmerzleitung) Funktionen zu übernehmen.


Literaturangaben / Studien: > www.rolfing.org (Forschung)

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